Schock für den TV Refrath

Bulgare Yankov erhält keine Spielberechtigung

Der Einsatz von Krasimir Yankov (seit 2005 beim TVR) für seinen Heimatclub Akademik Sofia beim Europacup der Landesmeister im Juni hat ein böses Nachspiel. Der letzte Schriftverkehr zwischen dem Bundesligaaufsteiger und den zuständigen Gremien sagt eindeutig aus, dass eine Spielberechtigung für die kommende Saison verweigert wird.

Refraths Bundesligamanager Heinz Kelzenberg: "Das ganze klingt logisch: er hat für Refrath bis März gespielt, danach für Sofia und die deutschen Statuten sagen aus, dass das nur möglich ist, wenn man danach nicht wieder zurück wechselt".

Kelzenberg übt harte Selbstkritik: "Ich glaubte, mich rechtzeitig durch Nachfragen per Mail abgesichert zu haben, habe aber leider weder selber in der Spielordnung nachgelesen, noch den Leiter der Bundesliga direkt kontaktiert". Im Nachhinein, so Kelzenberg, "ein blöder Fehler", für den er die volle Verantwortung übernimmt. Konkret zitiert er das berühmte Sprichwort: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", ohne lapidar klingen zu wollen: "Zu Fehlern muss man stehen, jeder zahlt irgendwann Lehrgeld".

Besonders leid tut es ihm für den bulgarischen Meister selbst: Yankov ist nach Aussage seiner Mannschaftskollegen Refrather „durch und durch“ und hat mehrfach signalisiert, wie sehr er sich auf die kommende Saison freut. Hinzu kommt, dass er sowohl an den Aufstiegen in die 2. Liga 2006 und in die 1. Liga 2009 massgeblich beteiligt war.

Der Verein wird seine ehemalige Nummer 1 aus Bulgarien erst gar nicht für die Bundesliga melden, obwohl die Möglichkeit bestehen würde, seine Ablehnung abzuwarten und sofort Protest einzulegen. Kelzenberg: "Wir wollen keine Unruhe und möchten uns voll und ganz auf die ersten Spiele konzentrieren.

Die Verhandlungen mit möglichen Ersatzkandidaten laufen seit "5 Minuten nach der Information durch den Bundesligaspielleiter", so der TVR-Chef und sind angeblich kurz vor dem Abschluss.

Zusätzlich richtet sich der Blick auf die eigenen Reihen: Johannes Szilagyi (21), als Kelzenbergs "Wunschspieler" bereits im Dezember nach Refrath geholt, rückt somit von Beginn an in den Erstligakader. Kelzenberg: "Ich vertraue ihm voll und ganz, aber er hat natürlich in der 1. Bundesliga noch keinen wirklichen Namen. Ausserdem ist Krasi Yankov nach 4 Jahren als Teil der Mannschaft nur äusserst schwer zu ersetzen".

Kelzenberg: "Ich kenne inzwischen die besten 50 Europäer namentlich und die meisten auch von den Ergebnissen her, doch so kurzfristig gibt es nur ein oder zwei Kandidaten. Auf den Punkt gebracht sieht Kelzenberg den Ausfall Yankovs "wie eine schwerwiegende Verletzung" und erinnert sich an die Saison 05/06, als der Litauer Kestutis Navickas nach 3 Spieltagen wegen einer Knieverletzung bis Saisonende ausfiel: "Auch damals haben wir das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht, vor allem, "weil das gesamte Team an sich geglaubt hat". Und dieses Selbstvertrauen soll und muss in den nächsten Wochen wieder aufgebaut werden. Kelzenberg abschliessend: „Wenn unser junges deutsches Team mit einer Art "Jetzt-erst-recht-Einstellung" an sich glaubt, dann sollten wir mit einem Weltklassespieler an Eins eine gute Saison spielen können".

Dennoch hatte sich der Aufsteiger den Start in die erste Bundesligasaison etwas weniger spektakulär vorgestellt.