Die Spatzen pfiffen es mehrfach von den Dächern, dass die Spitzenposition beim Bundesligaufsteiger neu vergeben werden würde. Und ein geeigneter Kandidat scheint nun gefunden zu sein.
Der 28-jährige Kay Bin Yeoh aus Malaysia ist die neue Nummer 1 im Refrather Team. Der Kontakt kam über private Beziehungen zustande, denn Yeoh ist ein guter Bekannter der russischen Weltklassespielein Ella Diehl, die mit dem besten Freund des TVR-Chefs verheiratet ist. Kelzenberg: "Eine bessere Empfehlung als diese kann ich mir fast nicht vorstellen. Kay Bin ist erfahren genug, um uns in der schwierigen ersten Bundesligasaison zu helfen, denn er hat sehr viel internationale Erfahrung. Wir brauchten jemanden, der in der Lage ist, unser junges Team auch durch weniger erfolgreiche Wochen und Monate zu führen".
Und genau dieses Profil scheint der Malaye neben einer entsprechenden Spielstärke zu haben, glaubt Kelzenberg. Noch im Jahr 2007 stand Yeoh auf Platz 17 der Weltrangliste, doch das Tor zu den Olympischen Spielen 2008 blieb für ihn verschlossen. Er ist in erster Linie Einzelspezialist, kann aber auch im Herrendoppel oder im Mixed eingesetzt werden. Kelzenberg: "Das war ja bei Wilianto umgekehrt leider nicht der Fall".
Durch diese spektakuläre Neuverpflichtung komplettiert sich der Kader des TV Refrath. Mit den Einzelspielern Yeoh, Yankov, Waldenberger und Szilagyi sowie den Doppelspezialisten Nyenhuis und Schwarz präsentiert sich ein sechsköpfiger Herrenkader, der von einem Damenquartett durch die lange Saison von September bis April begleitet wird: Die Eigengewächse Hanna Kölling, Mette Stahlberg und Kim Buss erhalten talentierten Zuwachs durch die 18-jährigen Doppelspezialistin Carla Nelte.
Jetzt ist es amtlich: Rio Wilianto, Publikumsliebling aus Indonesien wird in der kommenden Saison nicht mehr das Refrather Trikot tragen. Team-Manager Heinz Kelzenberg: "Zum einen konnten wir es organisatorisch nicht stemmen, ihn monatelang hier in Refrath unterzubringen und zum anderen war Rio für die 1. Bundesliga keine Ideallösung". Der 21-jährige Doppelspezialist aus Fernost wäre gerne in Refrath geblieben, wollte sogar am liebsten über die gesamte Saison hinweg hier vor Ort sein. Diese Idee schmeichelte zwar dem Clubvorstand, war jedoch letztlich nicht umzusetzen. Kelzenberg: „Für unsere Einzelspieler, die hier vor Ort trainieren, brauchen wir einen starken Sparringspartner, der sie im Training richtig lang macht".
Nach einer ersten Prognose gefragt, gibt sich Heinz Kelzenberg diplomatisch: "Auch mit Kay Bin Yeoh werden wir in der Bundesligatabelle eher unten zu finden sein, doch am Ende zählt, wer im März und April bei den Play-Down-Spielen die beste Form hat. Und da bin ich hier und heute wesentlich zuversichtlicher als noch vor einigen Wochen. Wir werden in den ersten Monaten viel lernen und uns kontinuierlich verbessern".
Bundesliga-Badminton in Refrath soll demnach keine "Einjahresfliege" werden, sondern sich nach und nach etablieren. Um dies dauerhaft zu gewährleisten werden die nächsten Wochen unter anderem genutzt, um weitere Sponsoren für den Club zu gewinnen. Kelzenberg gibt sich optimistisch: "Unser Konzept ist wirklich sehr interessant und darf einfach nicht am Geld scheitern".