Buss, Kölling und Schwarz holen Westdeutsche Vizemeisterschaft

Leider in diesem Jahr kein Titel für TVR

Mit den Westdeutschen Meisterschaften im Badminton begann am Wochenende das Sportjahr 2010 in Bergisch Gladbach. Der TV Refrath war zum zweiten Mal Gastgeber für 194 Spielerinnen und Spieler aus über 60 Vereinen, die alle einen der fünf NRW-Titel ausspielen wollten.

Ein Dutzend Asse des TV Refrath hatten sich im Vorfeld durch vordere Ranglistenplatzierungen für dieses Turnier qualifiziert. In allen Disziplinen bestanden nach Expertenmeinung gute Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen, was jedoch nur in drei Disziplinen gelang.

Die erste Konkurrenz, die gespielt wurde war das Mixed. Wenige Tage vor Turnierbeginn musste die mitfavorisierte Paarung Denis Nyenhuis/Carla Nelte verletzungsbedingt absagen, so dass der TVR nur noch Sebastian Teller und Hanna Kölling ins Rennen schicken konnte. Beide TVR-ler unterlagen jedoch leider in der 2. Runde einem Paar aus Hohenlimburg und schieden enttäuscht aus.

Im Herreneinzel setzte sich das Refrather Pech fort. Johannes Szilagyi hatte mit den Folgen einer schweren Erkältung zu kämpfen, spielte sich trotzdem bravourös ins Viertelfinale, war dort jedoch gegen den Späteren Sieger Pohl (Düren) chancenlos. Heinz Kelzenberg: "Er hat seine Sache bis dahin gut gemacht, war jedoch deutlich geschwächt". Ebenfalls zufrieden zeigte sich Kelzenberg mit Raphael Beck und Christian Böhmer, die zwar an höher gesetzten Gegnern in der 2. bzw. 3. Runde scheiterten, jedoch gute Leistungen zeigten.

Mit den grössten Erwartungen ausgestattet war Kai Waldenberger ins Turnier gestartet, denn er galt als Mitfavorit auf den Titel. Leider konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und schied ebenfalls im Viertelfinale gegen den famos spielenden späteren Vizemeister Schmitz (Emsdetten) aus. Kelzenberg: "Kai hat sich super vorbereitet, es tut mir sehr leid für ihn, dass er seine Leistung nicht abrufen konnte; da war wesentlich mehr drin". Somit reichte es auch im Herreneinzel für den TV Refrath nicht zu einem Platz auf dem Treppchen.

Anders lief es bei den Damen. Im Einzel spielten sich Kim Buss und Mette Stahlberg in Halbfinale, wobei Stahlberg im Viertelfinale über drei Sätze gehen musste. Während Kim Buss auch ihr Halbfinale sicher und souverän gewinnen konnte und bei ihrer ersten Meisterschaft nach fast zwei Jahren zu überzeugen wusste, fand die 18-jährige Mette Stahlberg gegen Fabienne Deprez aus Langenfeld kein Mittel. Auch im Finale setzte sich Deprez durch und bezwang Kim Buss mit 21:10 und 21:16. Heinz Kelzenberg fand tröstende Worte für seine sehr enttäuschte Spielerin: "Kim hat sich in den letzten Monaten nach ihren beiden Verletzungen bravourös zurück gekämpft und wollte hier in Refrath unbedingt gewinnen. Aber an manchen Tagen läuft nicht alles so zusammen. Heute war so ein Tag. Bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Februar wird sie wieder angreifen" .

Auch im Damendoppel galt Kim Buss als Mitfavoritin mit Stefanie Müller aus Wesel. Im Halbfinale kam es zum internen TVR-Duell gegen die Zufallspaarung Hanna Kölling/Miriam Mross, die aufgrund der Verletzung von Carla Nelte zustande gekommen war. In einem spannenden Dreisatzmatch behielten hier Kölling/Mross die Oberhand und spielen sich ins Finale, wo sie gegen die beiden Lüdinghausener Bundesligadamen Mette/Ufermann jedoch chancenlos waren. Mette Stahlberg und Kira Zwanzig spielten ein gutes Turnier und schieden im Viertelfinale gegen die beiden Siegerinnen aus.

Im Herrendoppel waren gleich sieben Refrather Spieler am Start, verteilt auf insgesamt fünf Doppelpaarungen. Der Jüngste Refrather, Raphael Beck zeigte mit seinem Partner Scherpen (Langenfeld) Licht und Schatten und spielte sich nach tollem Auftaktsieg in die zweite Runde, wo jedoch das Aus kam. Die beiden Paarungen Kai Waldenberger/Christian Böhmer und Johannes Szilagyi/Sebastian Teller hatten schon Halbfinalkurs eingeschlagen, schieden jedoch beide knapp im Viertelfinale aus. Besser machte es Denis Nyenhuis, der nach dem Ausfall seiner Mixedpartnerin Nelte, nur im Doppel antreten konnte, mit seinem Partner Mathieu Pohl aus Düren. Nach dem Viertelfinalsieg über Szilagyi/Teller reichte es im Halbfinale leider nicht zum Erfolg, doch Heinz Kelzenberg zeigte sich wieder sehr zufrieden mit der Leistung seines Schützlings: "Denis hat mir wieder sehr gut gefallen, aber auch Danny Schwarz hat ein tolles Turnier gespielt". An der Seite von Hendrik Westermeyer, mit dem er vor einem Jahr westdeutscher Meister geworden war, spielte sich Schwarz mit konstant guten Leistungen bis ins Finale, wo jedoch diesmal die Langenfelder Paarung Joppien/Hukriede verdient mit 21:12, 21:18 die Oberhand behielten.

Das Fazit von Heinz Kelzenberg fiel positiv aus: "Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, das Wetterchaos blieb ja aus und so wie es ausschaut sind wir mit 10 Aktiven bei den Deutschen Meisterschaften dabei. Auch wenn es in diesem Jahr zu keinem Titel reichte und wir weniger Medaillen holten als 2009, sollten wir zufrieden sein".

Erstmals wurde das Turnier per Internet-TV öffentlich übertragen und es gab bewegte Bilder von zwei der insgesamt sechs Spielfelder. Nach ersten Statistiken nutzten über 16.000 User aus 54 Ländern die Gelegenheit, Badminton aus Refrath anzuschauen.